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Buchhaltungssoftware für Startups im Vergleich: FreeFinance, ProSaldo und Co.

Felix Lenhard 10 min Lesezeit
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Die richtige Software spart dir hunderte Euro beim Steuerberater

Buchhaltung ist kein Hobby. Aber sie ist auch kein Hexenwerk -- wenn du die richtige Software hast. Das Problem: Es gibt Dutzende Buchhaltungstools, und nicht alle sind für den österreichischen Markt geeignet. Deutsche Tools wie lexoffice oder sevDesk sind populär, aber kennen sie die UVA? Die SVS? Die österreichischen Steuersätze und Formulare?

Bei Startup Burgenland sehen wir jede Woche Gründer:innen, die mit dem falschen Tool kämpfen. Oder mit gar keinem Tool -- und dann die Quittung beim Steuerberater bekommen, der aus dem Belegchaos eine Buchhaltung machen muss. Dieser Post vergleicht die wichtigsten Optionen, speziell für österreichische Startups.

Was eine gute Buchhaltungssoftware können muss

Bevor wir vergleichen -- hier die Mindestanforderungen:

Must-haves

  • Österreich-konform: Korrekte USt-Sätze, UVA-Formulare (U 30), FinanzOnline-Export oder -Anbindung
  • Belegerfassung: Fotos/PDFs hochladen, idealerweise mit OCR-Erkennung
  • Rechnungslegung: Ausgangsrechnungen erstellen, die den österreichischen Anforderungen entsprechen
  • E/A-Rechnung oder Bilanz: Je nach deiner Rechtsform
  • Bankanbindung: Automatischer Import von Kontoauszügen
  • Steuerberater-Zugang: Dein Steuerberater braucht Zugriff auf deine Daten

Nice-to-haves

  • Mobile App für Belege unterwegs
  • Automatische Kategorisierung
  • Mahnwesen
  • Zeiterfassung
  • Schnittstelle zu anderen Tools (CRM, Projektmanagement)

Der große Vergleich

FreeFinance -- Der österreichische Platzhirsch

FreeFinance ist die meistgenutzte Online-Buchhaltungssoftware in Österreich. Entwickelt in Österreich, für Österreich.

KriteriumDetails
HerkunftÖsterreich (Linz)
ZielgruppeEPU, KMU, Startups
E/A-RechnungJa
Doppelte BuchführungJa
UVA / FinanzOnlineJa (Direktanbindung)
BelegerfassungJa (App + Web)
OCRJa
BankanbindungJa (viele österreichische Banken)
RechnungenJa
PreisGratis (Basis) / EUR 15-30/Monat (Premium)
Steuerberater-ZugangJa

Stärken: Perfekte Österreich-Compliance, guter Gratis-Plan, FinanzOnline-Anbindung, aktive Community.

Schwächen: UI könnte moderner sein, eingeschränkte Automatisierung im Gratis-Plan.

Für wen: Einzelunternehmer:innen und kleine Startups, die eine österreichische Lösung wollen.

ProSaldo -- Der Profi-Standard

ProSaldo (ehemals MonKey Office) ist ein österreichisches Tool, das auch von vielen Steuerberater:innen genutzt wird.

KriteriumDetails
HerkunftÖsterreich
ZielgruppeKMU, Steuerberater:innen
E/A-RechnungJa
Doppelte BuchführungJa
UVA / FinanzOnlineJa
BelegerfassungJa
OCREingeschränkt
BankanbindungJa
RechnungenJa
PreisAb EUR 15/Monat
Steuerberater-ZugangJa

Stärken: Professionell, bewährte Lösung, gute Zusammenarbeit mit Steuerberater:innen.

Schwächen: Weniger intuitiv als neuere Tools, steilere Lernkurve.

Für wen: Startups, die eine professionelle Lösung suchen und bereit sind, etwas Einarbeitungszeit zu investieren.

sevDesk -- Der moderne Deutsche

sevDesk kommt aus Deutschland, hat aber einen Österreich-Modus. Modern, intuitiv, beliebt bei jungen Gründer:innen.

KriteriumDetails
HerkunftDeutschland (Offenburg)
ZielgruppeFreelancer, Startups, KMU
E/A-RechnungJa
Doppelte BuchführungJa
UVA / FinanzOnlineJa (über BMD-Schnittstelle)
BelegerfassungJa (App, sehr gut)
OCRJa (sehr gut)
BankanbindungJa (auch österreichische Banken)
RechnungenJa (schöne Templates)
PreisAb EUR 9/Monat
Steuerberater-ZugangJa (DATEV-Export)

Stärken: Moderne UI, exzellente OCR, gute App, intuitiv.

Schwächen: Nicht alle österreichischen Besonderheiten optimal abgedeckt, Support auf Deutschland fokussiert.

Für wen: Tech-affine Gründer:innen, die eine moderne, intuitive Lösung wollen und bereit sind, bei Österreich-Spezifika nachzuarbeiten.

lexoffice -- Der Bekannte aus Deutschland

lexoffice (von Lexware/Haufe) ist einer der Marktführer im DACH-Raum. Ähnlich wie sevDesk, mit Österreich-Unterstützung.

KriteriumDetails
HerkunftDeutschland (Freiburg)
ZielgruppeFreelancer, Kleinunternehmen
E/A-RechnungJa
Doppelte BuchführungJa (im höheren Plan)
UVAJa
BelegerfassungJa (App)
OCRJa
BankanbindungJa
RechnungenJa
PreisAb EUR 8/Monat
Steuerberater-ZugangJa

Stärken: Großer Funktionsumfang, gute Integrationen, etablierter Anbieter.

Schwächen: Österreich ist nicht der Hauptfokus, manche Features Deutschland-spezifisch.

Für wen: Gründer:innen, die auch im deutschen Markt aktiv sind oder einen großen Anbieter bevorzugen.

Domonda -- KI-gestützt aus Österreich

Domonda ist ein neueres österreichisches Tool, das stark auf KI-Automatisierung setzt.

KriteriumDetails
HerkunftÖsterreich (Wien)
ZielgruppeKMU, Startups
E/A-RechnungJa
Doppelte BuchführungJa
UVA / FinanzOnlineJa
BelegerfassungJa (KI-gestützt)
OCRJa (KI-basiert, sehr gut)
BankanbindungJa
RechnungenJa
PreisAb EUR 29/Monat
Steuerberater-ZugangJa

Stärken: Starke Automatisierung, KI-basierte Belegerkennung, österreichisch.

Schwächen: Höherer Preis, für sehr kleine Unternehmen eventuell Overkill.

Für wen: Startups mit vielen Belegen, die maximale Automatisierung wollen.

Vergleichstabelle auf einen Blick

FeatureFreeFinanceProSaldosevDesklexofficeDomonda
Preis abEUR 0EUR 15EUR 9EUR 8EUR 29
Österreich-nativJaJaTeilweiseTeilweiseJa
FinanzOnlineDirektJaIndirektJaJa
App-QualitätGutOKSehr gutGutGut
OCR-QualitätGutOKSehr gutGutSehr gut
LernkurveFlachSteilFlachFlachMittel
Für GmbHJaJaJaJaJa
Für EPUJaJaJaJaJa

Unsere Empfehlung nach Startup-Phase

Phase 1: Idee und Validierung (noch kein Unternehmen)

Du brauchst noch keine Buchhaltungssoftware. Eine einfache Excel-Tabelle und ein Ordner für Belege reichen.

Phase 2: Einzelunternehmen gegründet, wenig Belege

FreeFinance (Gratis-Plan) -- reicht für den Start und ist zu 100% österreichisch. Du kannst jederzeit upgraden.

Phase 3: Wachsendes Startup mit mehr Belegen

sevDesk oder FreeFinance Premium -- je nachdem, ob dir die moderne UI (sevDesk) oder die perfekte Österreich-Integration (FreeFinance) wichtiger ist.

Phase 4: GmbH mit Bilanzpflicht

FreeFinance Premium, ProSaldo oder Domonda -- hier brauchst du doppelte Buchführung und eine gute Steuerberater-Schnittstelle. Sprich mit deinem Steuerberater, welches Tool er/sie bevorzugt.

Fazit und Ausblick

Teste zwei bis drei Tools kostenlos (die meisten bieten Gratis-Pläne oder Testphasen). Achte darauf, wie gut die österreichischen UVA-Formulare und Steuersätze funktionieren. Und frag deinen Steuerberater, mit welchen Tools er/sie arbeitet -- die Zusammenarbeit ist einfacher, wenn ihr das gleiche System nutzt.

Für die Grundlagen der Belegorganisation: Belege richtig sammeln und digitalisieren. Und für den Steuerüberblick: Welche Steuern dich als Gründer:in in Österreich erwarten.

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Startup Burgenland macht Gründung leistbar: EUR 10.000 Gründungszuschuss (nicht rückzahlbar, keine Eigenkapitalabgabe), 1:1 Coaching und ein Netzwerk aus Steuerberatern, Notaren und Rechtsanwälten. Flexibler Einstieg jederzeit. Schreib uns ein formloses E-Mail.

Über den Autor: Felix Lenhard ist Program Director und Startup Coach bei Startup Burgenland. Zuvor Managing Director beim 360 Innovation Lab, Innovation Manager bei RHI Magnesita und Serial Entrepreneur mit internationalen Exits. Über 15 Jahre Erfahrung in Innovation und Unternehmensaufbau.

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