Term Sheet Cheat Sheet
Die 12 wichtigsten Klauseln für österreichische Gründer:innen – erklärt und bewertet
Term Sheet Cheat Sheet Österreich
Bestimmt, wie viel dein Startup vor (Pre) und nach (Post) dem Investment wert ist – und damit deinen Verwässerungsanteil.
Verwässerung = Investment / Post-Money
Beispiel: EUR 800K Pre-Money + EUR 200K Investment = EUR 1M Post-Money. Investor erhält 20 %.
Bei GmbH/FlexCo erfolgt ein Equity-Investment über eine Stammkapitalerhöhung. Der Nominalbetrag geht ins Stammkapital, der Rest in die Kapitalrücklage (Agio).
Agio = Investment - Nominalbetrag
FlexCo-Vorteil: Stückanteile ab EUR 1 (statt EUR 70 bei GmbH). Einfachere Anteilsstruktur & weniger Notarkosten.
Bestimmt, wer bei einem Exit (Verkauf, Liquidation) zuerst sein Geld zurückbekommt – und wie viel.
1x Non-Participating: Investor bekommt 1x Investment zurück ODER seinen Pro-Rata-Anteil (was höher ist). Gründerfreundlich.
1x Participating: Investor bekommt 1x zurück UND seinen Pro-Rata-Anteil. Teuer für Gründer.
Non-Part: max(500K, 600K) = 600K
Part: 500K + 500K = 1M (!)
Schützt den Investor, wenn eine Folgerunde zu einer niedrigeren Bewertung stattfindet (Down Round).
Full Ratchet: Investor wird so gestellt, als hätte er zum niedrigeren Preis investiert. Extrem gründerfeindlich.
Weighted Average: Passt den Preis gewichtet an – berücksichtigt, wie viel Kapital zur niedrigeren Bewertung aufgenommen wird. Fairer Standard.
Regelt, dass Gründeranteile über Zeit erdient werden. Schützt das Team, wenn ein Mitgründer früh aussteigt.
Standard: 4 Jahre Vesting, 1 Jahr Cliff. Nach dem Cliff: monatliches Vesting (1/48 pro Monat).
Good Leaver: Gründer behält geveste Anteile (z.B. Kündigung durch Firma, Krankheit).
Bad Leaver: Gründer verliert alle/die meisten Anteile (z.B. Betrug, Vertragsbruch).
Regelungen für den Verkauf von Anteilen – schützen sowohl Investoren als auch Gründer.
Drag-Along: Mehrheitsgesellschafter können Minderheiten zum Mitverkauf zwingen. Wichtig für Exit-Fähigkeit.
Tag-Along: Minderheiten dürfen bei einem Verkauf zu gleichen Konditionen mitverkaufen. Schützt Gründer.
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Legt fest, wer im Beirat (Advisory Board) sitzt und welche Entscheidungen einer Zustimmung bedürfen.
Sitz-Verteilung: Typisch 2 Gründer + 1 Investor + 1 Unabhängiger bei Seed-Runden. Bei Series A oft paritätisch.
Vetorechte: Investoren verlangen oft Veto bei: Kapitalerhöhung, Verkauf, Aufnahme von Schulden >X, neue Gesellschafter, Satzungsänderung.
Definiert, welche Berichte und Daten Investoren regelmäßig erhalten. Standard in jedem Term Sheet.
Quartalsberichte: P&L, Cashflow, KPIs, Runway, Team-Update. Innerhalb von 30 Tagen nach Quartalsende.
Jahresabschluss: Geprüfter Jahresabschluss innerhalb von 6 Monaten (GmbH-Pflicht ab bestimmter Größe).
Ad-hoc: Wesentliche Ereignisse sofort melden (z.B. Rechtsstreit, Key-Man-Verlust, Liquiditätsengpass).
Gibt bestehenden Investoren das Recht, bei Folgerunden ihren Anteil zu halten, indem sie proportional nachkaufen.
Beispiel: Investor hält 20 %. Bei Series A (EUR 2M) darf er bis zu EUR 400K investieren, um bei 20 % zu bleiben.
Pay-to-Play: Manche Term Sheets koppeln Pro-Rata an die Pflicht mitzuinvestieren – wer nicht mitgeht, verliert Vorzugsrechte.
Der Gesellschaftervertrag ist das bindende Dokument, das NACH dem Term Sheet verhandelt wird. Er enthält alle Details.
Key Clauses AT:
– Geschäftsführer-Bestellung & Abberufung
– Zustimmungspflichtige Geschäfte
– Wettbewerbsverbot (typisch 12–24 Monate)
– Aufgriffsrecht bei Anteilsverkauf
– Gewinnverwendung & Entnahmen
– Deadlock-Klausel (Russian Roulette, Shotgun)
Zeitraum, in dem Gründer ihre Anteile nicht verkaufen dürfen. Signalisiert Commitment gegenüber Investoren.
Standard: 12–24 Monate nach Closing. Danach oft eingeschränkt durch Vorkaufsrechte (Right of First Refusal).
Ausnahmen: Teilverkäufe für persönliche Liquidität (Secondary) werden in späteren Runden manchmal ermöglicht.
Regelt den Prozess zwischen Term-Sheet-Unterschrift und Closing (Due Diligence Phase).
No-Shop-Klausel: Du darfst für 30–60 Tage nicht mit anderen Investoren über eine Finanzierung verhandeln.
Vertraulichkeit: Beide Seiten dürfen Term-Sheet-Details nicht offenlegen. Investoren reden trotzdem untereinander – sei dir dessen bewusst.
Exklusivität ist NICHT bindend: Das Term Sheet selbst ist in AT meist unverbindlich (außer No-Shop und NDA).
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Im 1:1-Coaching gehen wir gemeinsam durch dein Term Sheet und helfen dir, die Klauseln zu verstehen und zu verhandeln – bevor du unterschreibst.
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