OKR + KPI Bundle
Ziele setzen, messen und steuern – für Startups in Österreich
Was sind OKRs?
Objectives & Key Results – das Steuerungstool für Startups
OKRs (Objectives and Key Results) sind ein Zielsetzungs-Framework, das ambitionierte, qualitative Ziele (Objectives) mit messbaren Ergebnissen (Key Results) verbindet. Ursprünglich bei Intel entwickelt und durch Google skaliert, sind OKRs heute der Standard für wachstumsorientierte Unternehmen.
Objective: Was will ich erreichen? (qualitativ, inspirierend, ambitioniert)
Key Results: Woran messe ich den Erfolg? (quantitativ, messbar, zeitgebunden)
Warum OKRs für Startups in Österreich?
Gerade in der Frühphase musst du schnell Entscheidungen treffen und dein Team auf wenige, wichtige Ziele ausrichten. OKRs helfen dir dabei, denn sie zwingen dich zur Priorisierung. Statt 20 Dinge gleichzeitig halbherzig zu machen, fokussierst du dich auf 3-5 Objectives pro Quartal. In unserer Erfahrung aus der Arbeit mit über 40 Startups ist genau dieser Fokus der Unterschied zwischen Wachstum und Stillstand.
OKRs beschreiben, wohin du willst (zukunftsorientiert, quartalsweise, ambitioniert).
KPIs zeigen, wie gesund dein Geschäft aktuell ist (laufend, operativ, Status quo).
Du brauchst beides: OKRs für Richtung, KPIs für Kontrolle.
OKR-Framework für Startups
Der Quarterly Cycle: So funktioniert der OKR-Rhythmus
Woche 0: OKR Planning – Objectives & Key Results für das Quartal festlegen
Woche 1-12: Umsetzung mit wöchentlichen Check-ins (15 Min.)
Woche 6: Mid-Quarter Review – Sind wir auf Kurs?
Woche 12: OKR Review & Scoring (0-100%)
Woche 12+: Retrospektive – Was lernen wir für nächstes Quartal?
Kaskadierung: Company, Team, Individual
OKRs funktionieren auf drei Ebenen. Wichtig: Nicht alles muss top-down sein. Die besten OKRs entstehen im Dialog.
| Ebene | Wer setzt? | Anzahl Objectives | Zeithorizont |
|---|---|---|---|
| Company OKRs | Gründer:innen / GF | 2–3 Objectives | Quartal (optional: Jahres-OKRs als Nordstern) |
| Team OKRs | Team-Leads + Team | 2–3 Objectives | Quartal, abgeleitet von Company OKRs |
| Individual OKRs | Jede:r Mitarbeiter:in | 1–2 Objectives | Quartal, optional bei Startups <10 Personen |
Bei Teams unter 10 Personen reichen oft Company OKRs. Individual OKRs machen erst ab 10+ Mitarbeiter:innen Sinn, wenn nicht mehr alle am selben Tisch sitzen.
Die goldenen OKR-Regeln
| Regel | Richtig | Falsch |
|---|---|---|
| Max. 3-5 Objectives pro Ebene | 3 fokussierte Objectives | 10 Objectives, die sich überlappen |
| Max. 3-5 Key Results pro Objective | 3 messbare Key Results | 8 Key Results, die niemand trackt |
| Key Results sind Outcomes, keine Tasks | „Churn von 5% auf 3% senken“ | „Onboarding-E-Mails verschicken“ |
| Stretch Goals: 70% Erreichung = gut | „MRR auf EUR 80K steigern“ (ambitioniert) | „MRR auf EUR 52K steigern“ (sicher) |
| OKRs sind NICHT an Bonus gekoppelt | OKRs als Steuerungstool | OKRs als Gehalts-Verhandlung |
Beispiel-OKRs für ein typisches Startup
SaaS-Startup aus Wien, 8 Mitarbeiter:innen, Post-Seed-Phase, EUR 35K MRR, bereitet sich auf Series A vor. Q2/2026 OKRs.
OKR-Tracking Template Struktur
So baust du dein OKR-Tracking auf (Google Sheets / Notion)
Du brauchst kein teures OKR-Tool. Ein gut strukturiertes Google Sheet oder Notion Board reicht für Startups bis 30 Mitarbeiter:innen völlig aus.
Erstelle ein Sheet mit folgenden Tabs: (1) Company OKRs, (2) Team OKRs, (3) Weekly Check-in, (4) Scoring History
Tab 1: Company OKRs
| Spalte | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| A: Objective | Qualitatives Ziel | Wir erreichen Product-Market Fit |
| B: Key Result | Messbares Ergebnis | MRR von EUR 35K auf EUR 55K |
| C: Owner | Verantwortliche Person | Anna (CEO) |
| D: Startwert | Baseline zu Quartalsbeginn | EUR 35.000 |
| E: Zielwert | Target am Quartalsende | EUR 55.000 |
| F: Aktueller Wert | Wird wöchentlich aktualisiert | EUR 42.000 |
| G: Fortschritt % | Formel: (Aktuell - Start) / (Ziel - Start) | 35% |
| H: Status | On Track / At Risk / Off Track | On Track |
| I: Kommentar | Wöchentliches Update | Enterprise-Deal in Pipeline |
Tab 3: Weekly Check-in (15 Min.)
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| A: Datum | Kalenderwoche |
| B: Confidence Level | Wie zuversichtlich bist du, dass du das KR erreichst? (1-10) |
| C: Was lief gut? | 1-2 Sätze |
| D: Was blockiert? | Hindernisse, die Hilfe brauchen |
| E: Nächste Schritte | Top 1-3 Aktionen für nächste Woche |
In Notion kannst du OKRs als Datenbank mit Relations aufbauen: Eine Datenbank für Objectives, eine für Key Results (verlinkt), eine für Weekly Check-ins. Nutze Formeln für automatische Fortschrittsberechnung und Rollups für aggregierte Objective-Scores.
SaaS KPI Dashboard – Die 15 wichtigsten Metriken
Diese 15 KPIs sollte jedes SaaS-Startup in Österreich tracken. Nicht alle sind ab Tag 1 relevant – starte mit den ersten 5 und erweitere schrittweise.
Checkliste für den OKR-Prozess
Vor dem Quartal (Woche 0)
- Review des letzten Quartals abschließen – Was haben wir erreicht? Was nicht? Warum?
- Company-Strategie und Jahres-Ziele überprüfen – Sind sie noch aktuell? Hat sich der Markt verändert?
- 2-3 Company Objectives für das Quartal definieren – Ambitioniert, aber nicht unrealistisch. Der „Stretch“ soll motivieren, nicht frustrieren.
- Je 3 Key Results pro Objective formulieren – Messbar, mit klarem Startwert und Zielwert. Formel: „Von X auf Y bis [Quartalsende].“
- Owner für jedes Key Result benennen – Eine Person, die verantwortlich ist (nicht: das gesamte Team).
- Tracking-Tool einrichten – Google Sheet, Notion oder OKR-Tool mit allen KRs, Startwerten und Zielwerten.
Während des Quartals (Woche 1-12)
- Wöchentlicher OKR Check-in (15 Min.) – Jeder Owner berichtet: Fortschritt, Confidence Level (1-10), Blocker.
- Confidence Level unter 5? – Sofort eskalieren. Braucht das KR mehr Ressourcen oder muss es angepasst werden?
- Mid-Quarter Review (Woche 6) – Tieferer Check: Sind wir auf Kurs? Müssen wir Priorities shiften?
- OKRs sichtbar halten – Dashboard im Büro, Slack-Channel, Start jedes Team-Meetings.
Nach dem Quartal (Woche 12+)
- Scoring durchführen – Jedes KR bewerten: 0% bis 100%. 70% = gutes Stretch Goal erreicht.
- Retrospektive – Was haben wir über unseren OKR-Prozess gelernt? Waren die KRs messbar genug? Zu ambitioniert?
- Ergebnisse dokumentieren – Scoring History pflegen für Langzeit-Trends.
- Learnings in nächstes Quartal einfließen lassen – Unerledigte KRs nicht automatisch übernehmen. Neu bewerten.
1. Zu viele OKRs: Mehr als 5 Objectives = kein Fokus.
2. Tasks statt Outcomes: „Landing Page bauen“ ist kein Key Result. „100 Leads über Landing Page generieren“ schon.
3. Set-and-Forget: OKRs ohne wöchentliche Check-ins sind nutzlos.
4. OKRs an Gehalt koppeln: Das zerstört die Bereitschaft, ambitionierte Ziele zu setzen.
5. Keine Baseline: Ohne Startwert kannst du Fortschritt nicht messen.
OKRs in der Praxis umsetzen?
Bei StartUp Burgenland helfen wir dir, deine OKRs aufzusetzen, die richtigen KPIs zu tracken und dein Startup datengetrieben zu steuern – individuell und praxisnah.
Erstgespräch vereinbaren