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Die besten No-Code-Plattformen im Vergleich

Felix Lenhard 10 min Lesezeit
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Die besten No-Code-Plattformen im Vergleich

Du hast dich entschieden, dein Startup mit No-Code-Tools aufzubauen -- grossartig! Aber jetzt stehst du vor der nächsten Herausforderung: Welche Plattform ist die richtige für dich? Der Markt ist riesig, und die Auswahl kann überwätigend sein.

In unserem Grundlagen-Beitrag haben wir dir die verschiedenen Kategorien vorgestellt. Jetzt gehen wir ins Detail und vergleichen die wichtigsten Plattformen miteinander.

Die Bewertungskriterien

Bevor wir in den Vergleich einsteigen, lass uns festlegen, worauf es ankommt:

  1. Einstiegshürde: Wie schnell kannst du loslegen?
  2. Funktionsumfang: Was kannst du damit bauen?
  3. Skalierbarkeit: Wie weit trägt dich die Plattform?
  4. Kosten: Was zahlst du monatlich?
  5. Community und Support: Bekommst du Hilfe, wenn du sie brauchst?
  6. Integration: Wie gut spielt das Tool mit anderen zusammen?

Web-App-Builder im Vergleich

Bubble -- Der Alleskönner

Bubble ist die wohl mächtigste No-Code-Plattform für Web-Anwendungen. Du kannst damit komplexe Applikationen bauen, die sich kaum von traditionell programmierten Lösungen unterscheiden.

Stärken:

  • Extrem flexibel und leistungsfähig
  • Eigene Datenbank integriert
  • Umfangreiche Plugin-Bibliothek
  • Starke Community mit vielen Tutorials
  • Responsive Design möglich

Schwächen:

  • Steile Lernkurve für Einsteiger
  • Performance kann bei komplexen Apps leiden
  • Vendor-Lock-in -- Migration ist schwierig
  • Design-Editor braucht Eingewöhnung

Kosten:

  • Free Plan: 0 EUR (mit Einschränkungen)
  • Starter: ca. 30 EUR pro Monat
  • Growth: ca. 120 EUR pro Monat
  • Team: ca. 350 EUR pro Monat

Am besten geeignet für: Komplexe Web-Applikationen, Marktplätze, SaaS-Produkte, Buchungsplattformen

Wie du ein konkretes MVP mit Bubble baust, zeigen wir dir in diesem Schritt-für-Schritt-Guide.

Softr -- Der Schnelle

Softr setzt auf Airtable als Backend und ermöglicht es dir, in kürzester Zeit Web-Apps zu bauen. Die Lernkurve ist deutlich flacher als bei Bubble.

Stärken:

  • Sehr einfacher Einstieg
  • Nahtlose Airtable-Integration
  • Gute vorgefertigte Templates
  • Membership-Funktionen eingebaut
  • Schnelle Ergebnisse

Schwächen:

  • Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten
  • Abhängig von Airtable als Datenquelle
  • Weniger flexibel als Bubble
  • Limitierte Workflow-Logik

Kosten:

  • Free Plan: 0 EUR
  • Basic: ca. 50 EUR pro Monat
  • Professional: ca. 140 EUR pro Monat
  • Business: ca. 250 EUR pro Monat

Am besten geeignet für: Kundenportale, interne Tools, einfache Marktplätze, Community-Plattformen

Retool -- Für interne Tools

Retool ist spezialisiert auf interne Business-Anwendungen. Wenn du Dashboards, Admin-Panels oder Datenmanagement-Tools brauchst, ist Retool deine Plattform.

Stärken:

  • Hervorragend für interne Tools
  • Viele Datenbank-Integrationen
  • Schnelle Entwicklung von Dashboards
  • API-Anbindungen out of the box
  • Gute Berechtigungsverwaltung

Schwächen:

  • Nicht für kundenseitige Anwendungen gedacht
  • Erfordert technisches Grundverständnis
  • Eher Low-Code als No-Code
  • Teurer als viele Alternativen

Kosten:

  • Free Plan: 0 EUR (bis 5 Nutzer)
  • Team: ca. 10 EUR pro Nutzer pro Monat
  • Business: ca. 50 EUR pro Nutzer pro Monat

Am besten geeignet für: Admin-Dashboards, interne Verwaltungstools, Datenanalyse-Interfaces

Website-Builder im Vergleich

Webflow -- Design-Freiheit ohne Grenzen

Webflow ist der Goldstandard unter den No-Code-Website-Buildern. Es bietet dir die Gestaltungsfreiheit eines professionellen Webdesigners, ohne dass du HTML oder CSS schreiben musst.

Stärken:

  • Volle Design-Kontrolle
  • Hervorragender CMS-Editor
  • Schnelle Ladezeiten
  • SEO-freundlich
  • Hosting inklusive

Schwächen:

  • Lernkurve für Design-Anfänger
  • Kein nativer E-Commerce für komplexe Shops
  • Begrenzte dynamische Funktionalität
  • Kann bei vielen CMS-Einträgen teuer werden

Kosten:

  • Starter: 0 EUR (mit Webflow-Branding)
  • Basic: ca. 15 EUR pro Monat
  • CMS: ca. 25 EUR pro Monat
  • Business: ca. 40 EUR pro Monat

Mehr über Webflow für Startup-Websites erfährst du in unserem ausführlichen Guide.

Framer -- Der Neue mit Stil

Framer hat sich von einem Prototyping-Tool zu einem vollwertigen Website-Builder entwickelt und macht Webflow zunehmend Konkurrenz.

Stärken:

  • Moderne, intuitive Oberfläche
  • Hervorragende Animationen
  • Gute Performance
  • KI-unterstützte Funktionen
  • Attraktive Templates

Schwächen:

  • Jüngeres Ökosystem als Webflow
  • Weniger CMS-Funktionalität
  • Kleinere Community
  • Manche Features noch in Entwicklung

Kosten:

  • Free Plan: 0 EUR
  • Mini: ca. 5 EUR pro Monat
  • Basic: ca. 15 EUR pro Monat
  • Pro: ca. 25 EUR pro Monat

Am besten geeignet für: Marketing-Websites, Landing Pages, Portfolio-Seiten

Carrd -- Der Minimalistische

Wenn du schnell eine einfache Landing Page brauchst, ist Carrd dein Freund. Keine Schnickschnack, keine Komplexität -- einfach eine schöne Seite in Minuten.

Stärken:

  • Extrem einfach zu bedienen
  • Sehr günstig
  • Schnelle Ergebnisse
  • Gute Templates
  • Perfekt für Landing Pages

Schwächen:

  • Nur eine Seite pro Projekt
  • Sehr eingeschränkte Funktionalität
  • Kein CMS
  • Nicht für komplexe Websites geeignet

Kosten:

  • Free: 0 EUR (mit Einschränkungen)
  • Pro Lite: ca. 9 EUR pro Jahr
  • Pro Standard: ca. 19 EUR pro Jahr
  • Pro Plus: ca. 49 EUR pro Jahr

Am besten geeignet für: Landing Pages, Wartelisten, einfache Portfolio-Seiten

Mobile-App-Builder im Vergleich

Glide -- Apps aus Spreadsheets

Glide verwandelt deine Google Sheets oder Airtable-Daten in mobile Apps. Der Ansatz ist genial einfach und liefert schnelle Ergebnisse.

Stärken:

  • Extrem einfacher Einstieg
  • Spreadsheet als Datenquelle
  • Gute für interne Team-Apps
  • Schnelle Prototypen
  • Progressive Web App (PWA) Ansatz

Schwächen:

  • Begrenzte Design-Möglichkeiten
  • Performance bei vielen Daten
  • Keine nativen App-Store-Apps
  • Eingeschränkte Offline-Funktionalität

Adalo -- Native Apps ohne Code

Adalo ermöglicht es dir, echte native Apps für iOS und Android zu bauen -- komplett ohne Code.

Stärken:

  • Native App-Store-Veröffentlichung
  • Drag-and-Drop-Interface
  • Eigene Datenbank
  • Push-Benachrichtigungen
  • Marketplace für Komponenten

Schwächen:

  • Performance-Probleme bei komplexen Apps
  • Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten
  • Höhere Kosten für App-Store-Veröffentlichung
  • Lernkurve für fortgeschrittene Features

Einen detaillierten Vergleich von Glide und Adalo findest du in unserem Mobile-Apps-Beitrag.

Datenbank- und Backend-Tools

Airtable -- Die smarte Datenbank

Airtable ist eine Mischung aus Spreadsheet und Datenbank. Es ist unglaublich vielseitig und dient vielen No-Code-Projekten als zentrales Backend.

Stärken:

  • Intuitive Oberfläche
  • Verschiedene Ansichten (Grid, Kanban, Kalender, Galerie)
  • Starke API
  • Automations-Features
  • Umfangreiche Integrationen

Schwächen:

  • Zeilenlimit im Free Plan (1.000 Zeilen)
  • Kann bei vielen Daten langsam werden
  • Keine echte relationale Datenbank
  • Kosten steigen mit Teamgrösse

Wie du Airtable als Backend für dein Startup nutzt, erklären wir in diesem Beitrag.

Supabase -- Die Open-Source-Alternative

Supabase ist eine Open-Source-Alternative zu Firebase und bietet eine PostgreSQL-Datenbank mit REST- und Realtime-API.

Stärken:

  • Open Source
  • Echte PostgreSQL-Datenbank
  • Authentifizierung eingebaut
  • Realtime-Funktionalität
  • Guter Free Plan

Schwächen:

  • Erfordert mehr technisches Verständnis
  • Eher Low-Code als No-Code
  • Kleinere Community als Airtable
  • Dashboard weniger intuitiv

Automatisierungs-Tools

Zapier -- Der Platzhirsch

Zapier verbindet über 5.000 Apps miteinander und automatisiert Workflows zwischen ihnen. Es ist das Schweizer Taschenmesser der Automatisierung.

Make (früher Integromat) -- Die mächtige Alternative

Make bietet ähnliche Funktionalität wie Zapier, ist aber flexibler und oft günstiger. Die visuelle Workflow-Darstellung ist besonders intuitiv.

Einen ausführlichen Vergleich der Automatisierungs-Tools findest du in unserem Automatisierungs-Beitrag.

Die Entscheidungsmatrix

Hier ist eine Übersicht, die dir bei der Entscheidung hilft:

Projekt-TypEmpfohlene ToolsGeschätzte Kosten/Monat
Landing PageCarrd oder Webflow0--25 EUR
Marketing-WebsiteWebflow oder Framer15--40 EUR
Web-App (einfach)Softr + Airtable50--100 EUR
Web-App (komplex)Bubble30--350 EUR
Mobile App (einfach)Glide25--100 EUR
Mobile App (nativ)Adalo50--200 EUR
E-CommerceShopify30--300 EUR
Internes ToolRetool10--50 EUR/Nutzer

Meine Empfehlung für den Start

Wenn du gerade erst anfängst und dein erstes Startup im Burgenland gründest, empfehle ich dir folgende Kombination:

  1. Webflow für deine Marketing-Website
  2. Bubble für deine Kern-Applikation (wenn nötig)
  3. Airtable als Datenbank
  4. Make für Automatisierungen
  5. Stripe für Zahlungen

Diese Kombination deckt die meisten Anwendungsfälle ab und kostet dich im Starter-Plan weniger als 200 EUR pro Monat.

Fazit: Es gibt kein "bestes" Tool -- nur das richtige für dich

Die Wahl der richtigen No-Code-Plattform hängt von deinem Projekt, deinem Budget und deinen Fähigkeiten ab. Mein Rat: Nimm dir einen Tag Zeit, probiere zwei oder drei Tools aus und entscheide dann.

Denk daran: Das Tool ist nur ein Werkzeug. Was zählt, ist deine Idee und deine Ausführung. Und wenn du merkst, dass du an die Grenzen deiner No-Code-Lösung stösst, ist das ein gutes Zeichen -- es bedeutet, dass dein Startup wächst. Dann ist es Zeit, über den Wechsel zu Custom Code nachzudenken.


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Dieser Beitrag ist Teil der Serie "No-Code und Low-Code" auf dem Startup Burgenland Blog. Die Serie richtet sich an Gründerinnen und Gründer, die ohne Programmierkenntnisse ihr Startup aufbauen wollen.


Über den Autor: Felix Lenhard ist Program Director und Startup Coach bei Startup Burgenland. Zuvor Managing Director beim 360 Innovation Lab, Innovation Manager bei RHI Magnesita und Serial Entrepreneur mit internationalen Exits. Über 15 Jahre Erfahrung in Innovation und Unternehmensaufbau.

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