Die besten No-Code-Plattformen im Vergleich
Du hast dich entschieden, dein Startup mit No-Code-Tools aufzubauen -- grossartig! Aber jetzt stehst du vor der nächsten Herausforderung: Welche Plattform ist die richtige für dich? Der Markt ist riesig, und die Auswahl kann überwätigend sein.
In unserem Grundlagen-Beitrag haben wir dir die verschiedenen Kategorien vorgestellt. Jetzt gehen wir ins Detail und vergleichen die wichtigsten Plattformen miteinander.
Die Bewertungskriterien
Bevor wir in den Vergleich einsteigen, lass uns festlegen, worauf es ankommt:
- Einstiegshürde: Wie schnell kannst du loslegen?
- Funktionsumfang: Was kannst du damit bauen?
- Skalierbarkeit: Wie weit trägt dich die Plattform?
- Kosten: Was zahlst du monatlich?
- Community und Support: Bekommst du Hilfe, wenn du sie brauchst?
- Integration: Wie gut spielt das Tool mit anderen zusammen?
Web-App-Builder im Vergleich
Bubble -- Der Alleskönner
Bubble ist die wohl mächtigste No-Code-Plattform für Web-Anwendungen. Du kannst damit komplexe Applikationen bauen, die sich kaum von traditionell programmierten Lösungen unterscheiden.
Stärken:
- Extrem flexibel und leistungsfähig
- Eigene Datenbank integriert
- Umfangreiche Plugin-Bibliothek
- Starke Community mit vielen Tutorials
- Responsive Design möglich
Schwächen:
- Steile Lernkurve für Einsteiger
- Performance kann bei komplexen Apps leiden
- Vendor-Lock-in -- Migration ist schwierig
- Design-Editor braucht Eingewöhnung
Kosten:
- Free Plan: 0 EUR (mit Einschränkungen)
- Starter: ca. 30 EUR pro Monat
- Growth: ca. 120 EUR pro Monat
- Team: ca. 350 EUR pro Monat
Am besten geeignet für: Komplexe Web-Applikationen, Marktplätze, SaaS-Produkte, Buchungsplattformen
Wie du ein konkretes MVP mit Bubble baust, zeigen wir dir in diesem Schritt-für-Schritt-Guide.
Softr -- Der Schnelle
Softr setzt auf Airtable als Backend und ermöglicht es dir, in kürzester Zeit Web-Apps zu bauen. Die Lernkurve ist deutlich flacher als bei Bubble.
Stärken:
- Sehr einfacher Einstieg
- Nahtlose Airtable-Integration
- Gute vorgefertigte Templates
- Membership-Funktionen eingebaut
- Schnelle Ergebnisse
Schwächen:
- Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten
- Abhängig von Airtable als Datenquelle
- Weniger flexibel als Bubble
- Limitierte Workflow-Logik
Kosten:
- Free Plan: 0 EUR
- Basic: ca. 50 EUR pro Monat
- Professional: ca. 140 EUR pro Monat
- Business: ca. 250 EUR pro Monat
Am besten geeignet für: Kundenportale, interne Tools, einfache Marktplätze, Community-Plattformen
Retool -- Für interne Tools
Retool ist spezialisiert auf interne Business-Anwendungen. Wenn du Dashboards, Admin-Panels oder Datenmanagement-Tools brauchst, ist Retool deine Plattform.
Stärken:
- Hervorragend für interne Tools
- Viele Datenbank-Integrationen
- Schnelle Entwicklung von Dashboards
- API-Anbindungen out of the box
- Gute Berechtigungsverwaltung
Schwächen:
- Nicht für kundenseitige Anwendungen gedacht
- Erfordert technisches Grundverständnis
- Eher Low-Code als No-Code
- Teurer als viele Alternativen
Kosten:
- Free Plan: 0 EUR (bis 5 Nutzer)
- Team: ca. 10 EUR pro Nutzer pro Monat
- Business: ca. 50 EUR pro Nutzer pro Monat
Am besten geeignet für: Admin-Dashboards, interne Verwaltungstools, Datenanalyse-Interfaces
Website-Builder im Vergleich
Webflow -- Design-Freiheit ohne Grenzen
Webflow ist der Goldstandard unter den No-Code-Website-Buildern. Es bietet dir die Gestaltungsfreiheit eines professionellen Webdesigners, ohne dass du HTML oder CSS schreiben musst.
Stärken:
- Volle Design-Kontrolle
- Hervorragender CMS-Editor
- Schnelle Ladezeiten
- SEO-freundlich
- Hosting inklusive
Schwächen:
- Lernkurve für Design-Anfänger
- Kein nativer E-Commerce für komplexe Shops
- Begrenzte dynamische Funktionalität
- Kann bei vielen CMS-Einträgen teuer werden
Kosten:
- Starter: 0 EUR (mit Webflow-Branding)
- Basic: ca. 15 EUR pro Monat
- CMS: ca. 25 EUR pro Monat
- Business: ca. 40 EUR pro Monat
Mehr über Webflow für Startup-Websites erfährst du in unserem ausführlichen Guide.
Framer -- Der Neue mit Stil
Framer hat sich von einem Prototyping-Tool zu einem vollwertigen Website-Builder entwickelt und macht Webflow zunehmend Konkurrenz.
Stärken:
- Moderne, intuitive Oberfläche
- Hervorragende Animationen
- Gute Performance
- KI-unterstützte Funktionen
- Attraktive Templates
Schwächen:
- Jüngeres Ökosystem als Webflow
- Weniger CMS-Funktionalität
- Kleinere Community
- Manche Features noch in Entwicklung
Kosten:
- Free Plan: 0 EUR
- Mini: ca. 5 EUR pro Monat
- Basic: ca. 15 EUR pro Monat
- Pro: ca. 25 EUR pro Monat
Am besten geeignet für: Marketing-Websites, Landing Pages, Portfolio-Seiten
Carrd -- Der Minimalistische
Wenn du schnell eine einfache Landing Page brauchst, ist Carrd dein Freund. Keine Schnickschnack, keine Komplexität -- einfach eine schöne Seite in Minuten.
Stärken:
- Extrem einfach zu bedienen
- Sehr günstig
- Schnelle Ergebnisse
- Gute Templates
- Perfekt für Landing Pages
Schwächen:
- Nur eine Seite pro Projekt
- Sehr eingeschränkte Funktionalität
- Kein CMS
- Nicht für komplexe Websites geeignet
Kosten:
- Free: 0 EUR (mit Einschränkungen)
- Pro Lite: ca. 9 EUR pro Jahr
- Pro Standard: ca. 19 EUR pro Jahr
- Pro Plus: ca. 49 EUR pro Jahr
Am besten geeignet für: Landing Pages, Wartelisten, einfache Portfolio-Seiten
Mobile-App-Builder im Vergleich
Glide -- Apps aus Spreadsheets
Glide verwandelt deine Google Sheets oder Airtable-Daten in mobile Apps. Der Ansatz ist genial einfach und liefert schnelle Ergebnisse.
Stärken:
- Extrem einfacher Einstieg
- Spreadsheet als Datenquelle
- Gute für interne Team-Apps
- Schnelle Prototypen
- Progressive Web App (PWA) Ansatz
Schwächen:
- Begrenzte Design-Möglichkeiten
- Performance bei vielen Daten
- Keine nativen App-Store-Apps
- Eingeschränkte Offline-Funktionalität
Adalo -- Native Apps ohne Code
Adalo ermöglicht es dir, echte native Apps für iOS und Android zu bauen -- komplett ohne Code.
Stärken:
- Native App-Store-Veröffentlichung
- Drag-and-Drop-Interface
- Eigene Datenbank
- Push-Benachrichtigungen
- Marketplace für Komponenten
Schwächen:
- Performance-Probleme bei komplexen Apps
- Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten
- Höhere Kosten für App-Store-Veröffentlichung
- Lernkurve für fortgeschrittene Features
Einen detaillierten Vergleich von Glide und Adalo findest du in unserem Mobile-Apps-Beitrag.
Datenbank- und Backend-Tools
Airtable -- Die smarte Datenbank
Airtable ist eine Mischung aus Spreadsheet und Datenbank. Es ist unglaublich vielseitig und dient vielen No-Code-Projekten als zentrales Backend.
Stärken:
- Intuitive Oberfläche
- Verschiedene Ansichten (Grid, Kanban, Kalender, Galerie)
- Starke API
- Automations-Features
- Umfangreiche Integrationen
Schwächen:
- Zeilenlimit im Free Plan (1.000 Zeilen)
- Kann bei vielen Daten langsam werden
- Keine echte relationale Datenbank
- Kosten steigen mit Teamgrösse
Wie du Airtable als Backend für dein Startup nutzt, erklären wir in diesem Beitrag.
Supabase -- Die Open-Source-Alternative
Supabase ist eine Open-Source-Alternative zu Firebase und bietet eine PostgreSQL-Datenbank mit REST- und Realtime-API.
Stärken:
- Open Source
- Echte PostgreSQL-Datenbank
- Authentifizierung eingebaut
- Realtime-Funktionalität
- Guter Free Plan
Schwächen:
- Erfordert mehr technisches Verständnis
- Eher Low-Code als No-Code
- Kleinere Community als Airtable
- Dashboard weniger intuitiv
Automatisierungs-Tools
Zapier -- Der Platzhirsch
Zapier verbindet über 5.000 Apps miteinander und automatisiert Workflows zwischen ihnen. Es ist das Schweizer Taschenmesser der Automatisierung.
Make (früher Integromat) -- Die mächtige Alternative
Make bietet ähnliche Funktionalität wie Zapier, ist aber flexibler und oft günstiger. Die visuelle Workflow-Darstellung ist besonders intuitiv.
Einen ausführlichen Vergleich der Automatisierungs-Tools findest du in unserem Automatisierungs-Beitrag.
Die Entscheidungsmatrix
Hier ist eine Übersicht, die dir bei der Entscheidung hilft:
| Projekt-Typ | Empfohlene Tools | Geschätzte Kosten/Monat |
|---|---|---|
| Landing Page | Carrd oder Webflow | 0--25 EUR |
| Marketing-Website | Webflow oder Framer | 15--40 EUR |
| Web-App (einfach) | Softr + Airtable | 50--100 EUR |
| Web-App (komplex) | Bubble | 30--350 EUR |
| Mobile App (einfach) | Glide | 25--100 EUR |
| Mobile App (nativ) | Adalo | 50--200 EUR |
| E-Commerce | Shopify | 30--300 EUR |
| Internes Tool | Retool | 10--50 EUR/Nutzer |
Meine Empfehlung für den Start
Wenn du gerade erst anfängst und dein erstes Startup im Burgenland gründest, empfehle ich dir folgende Kombination:
- Webflow für deine Marketing-Website
- Bubble für deine Kern-Applikation (wenn nötig)
- Airtable als Datenbank
- Make für Automatisierungen
- Stripe für Zahlungen
Diese Kombination deckt die meisten Anwendungsfälle ab und kostet dich im Starter-Plan weniger als 200 EUR pro Monat.
Fazit: Es gibt kein "bestes" Tool -- nur das richtige für dich
Die Wahl der richtigen No-Code-Plattform hängt von deinem Projekt, deinem Budget und deinen Fähigkeiten ab. Mein Rat: Nimm dir einen Tag Zeit, probiere zwei oder drei Tools aus und entscheide dann.
Denk daran: Das Tool ist nur ein Werkzeug. Was zählt, ist deine Idee und deine Ausführung. Und wenn du merkst, dass du an die Grenzen deiner No-Code-Lösung stösst, ist das ein gutes Zeichen -- es bedeutet, dass dein Startup wächst. Dann ist es Zeit, über den Wechsel zu Custom Code nachzudenken.
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Dieser Beitrag ist Teil der Serie "No-Code und Low-Code" auf dem Startup Burgenland Blog. Die Serie richtet sich an Gründerinnen und Gründer, die ohne Programmierkenntnisse ihr Startup aufbauen wollen.
Über den Autor: Felix Lenhard ist Program Director und Startup Coach bei Startup Burgenland. Zuvor Managing Director beim 360 Innovation Lab, Innovation Manager bei RHI Magnesita und Serial Entrepreneur mit internationalen Exits. Über 15 Jahre Erfahrung in Innovation und Unternehmensaufbau.